Die folgende Darstellung ist sehr grob und unvollständig. Es sollen nur einige Meilensteine in der historischen Entwicklung von Rechenhilfen angerissen werden:
- Die ersten Rechenhilfen waren die zehn Finger. Später verwendete man Steine, Stäbchen oder Knotenschnüre, um Zahlen aufzuzeichnen. (Zehnersystem, andere Zahlsysteme, …)
- Als erste Automaten, die nur Information erzeugten und keine Arbeit leisteten, kann man jede Art von Uhren bezeichnen. (Sonnenuhr, Sanduhr, Wasseruhr, …)
- Eine der ersten „Rechenmaschinen“ war der Abakus, der in verschiedenen Varianten in allen Teilen der Welt über viele Jahrhunderte verwendet wurde. (Suanpan in China, verbesserte Version: Soroban in Japan, Stschoty in Russland)
- Anfang des 17. Jahrhunderts wurden aus den Logarithmen der Rechenschieber und Tabellenbücher entwickelt, die bis zur Einführung preiswerter Taschenrechner aus den Ingenieurbüros nicht wegzudenken war.
- Im 17. Jahrhundert wurden die ersten mechanischen Rechenmaschinen entwickelt. Schickard (1623) und Pascal (1643) bauten Geräte mit Zahnrädern und Zahnstangen, welche Additionen und Subtraktionen durchführten konnten. Später entstanden auch Maschinen für Multiplikation und Division. Der Handantrieb wurde um die Jahrhundertwende durch Elektromotoren ersetzt. Man erreichten damit einige Operationen pro Sekunde.
- Um 1700 machte Leibnitz erste Erfahrungen mit einem binären Zahlensystem, das die Grundlage für jede digitale Rechenanlage ist.
- 1808 steuerte Jacquard erstmalig einen Webstuhl mit Hilfe lochkartenähnlicher Platten.
- Als erste Programmiererin einer theoretischen „Analytischen Maschine“ kann die Engländerin Ada Byron bezeichnet werden. Sie schrieb 1843 über die Grenzen und Möglichkeiten solcher Maschinen und verfasste mehrere Programme mit grundlegenden Strukturen wie Schleifen und Verzweigungen. Da der Bau eines Computers zu dieser Zeit an fertigungstechnischen Gründen scheiterte, konnte sie ihre Programe nie ausprobieren.
- Den entscheidenden Impuls zur Entwicklung der Lochkarte gab 1886 Hollerith. Er ersetzte die handgeschriebenen Blätter bei einer amerikanischen Volkszählung durch genormte und gelochte Karten. Aus der „Hollerith Maschinen Gesellschaft“ ist die Firma IBM entstanden.
- 1937 baute der deutsche Ingenieur Konrad Zuse die erste Rechenanlage, die schon die wesentlichste Eigenschaften eines Computers aufwies. Das Gerät, die Z1, arbeitete allerdings auf rein mechanischer Basis. 1943 baute er seinen ersten Relaisrechner, der 15 bis 20 Additionen pro Sekunde schaffte. 1944 entstand in Americka durch AIKEN der Mark1, der für eine Multiplikation etwa 6 Sekunden brauchte.
- 1945 schlug Neumann vor, die Programme nicht mehr von Lochstreifen zu verarbeiten, sondern sie in interne Speicher zu bringen und von dort Befehle und Daten zu holen.
- 1945 wurde die erste Großrechenanlage in Amerika gebaut, der ENIAC. Der Rechner benötigte die Fläche von 170 m² und hatte etwa 18000 Elektronenröhren eingebaut. Der Leistungsbedarf betrug 150 kW. Die Rechenzeiten lagen im Bereich von ms.
- 1951 begann die erste kommerzielle Verarbeitung mit der UNIVAC 1. Die Geräte arbeiteten mit Elektronenröhren.
- 1958 wurden das ersten mal Transistoren verwendet. Dadurch wurde der elektrische Leistungsbedarf verringert, die Geräte wurden kleiner und wesentlich schneller (etwa 100000 Operationen pro Sekunde).
- Um 1960 wurden auch die ersten problemorientierten Programmiersprachen eingesetzt: FORTRAN, COBOL, LISP und ALGOL. Die ersten Betriebsssysteme entstanden.
- In die Geräte ab 1964 wurden sogenannte Integrierte Schaltungen (IC) eingebaut. Sie übernahmen einfache Aufgaben in den zentralen Einheiten.
- Ab 1970 umfaßt die Miniaturisierung bereist große Baugruppen (LSI Large Scale Integration). Auf einigen mm² werden Tausende von Schaltelementen untergebracht. Die ersten Mikroprozessoren und Halbleiterspeicher werden eingesetzt.
- 1972 präsentiert Hewlett Packard den ersten Taschenrechner, den HP 35.
- Bis in die 70er Jahre gab es fast ausschließlich große Rechenanlagen (oft auf spezielle Probleme zugeschnitten). Nur wenige konnten sich solch große Anlagen leisten. Daher wurden Rechnerzeiten vermietet. Erst die Miniaturisierung hat es ermöglicht, kleine leistungsfähige Rechner zu entwickeln (70er Jahre). Diese Rechner standen isoliert dem Benutzer persönlich zur Verfügung. Seit 1978 werden diese PC´s (Personal Computer) verwendet, die die gesamte Computerlandschaft stark verändert haben.
- Die 80er Jahre waren geprägt duch den Aufstieg immer besserer und leistungsfähigerer PC´s und Software. Benutzerfreundlichkeit und einfachen Handhabung führten zu grafischen Benutzeroberflächen. Optische Speichermedien, sprachliche Ein- und Ausgaben, schnellere und bessere Prozessoren wurden entwickelt.
- Seit Beginn der 90er beginnt man wieder verstärkt, einzelne Einheiten in Gruppen (Workgroups, LAN, große Netzwerke) zusammenzufassen.
- Das Internet wird ein immer wichtigeres Medium für den Datentransfer. Leistungsfähige Computer halten neben der betrieblichen und technischen Verwendung in der Unterhaltungselektronik, in Haushaltsgeräten und in Autos Einzug.
- Die Entwicklung der Computer ist bei weitem noch nicht abgeschlossen und vorallem, das haben die letzten Jahre gezeigt, nicht vorherzusehen. Sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich gehen Veränderungen immer schneller vor sich und es ist schon lange unmöglich, einen realistischen Überblick zu bewahren.
